Unser geschätzter Kollege und Freund Thomas Siefer ist am 28. November 2020 plötzlich und unerwartet verstorben.

Wir werden ihn vermissen. Wir werden ihn erinnern. Die DGfS NRW wäre nicht die, die sie heute ist ohne Thomas. Mit viel Leidenschaft, Transparenz, Intelligenz, Engagement und Verbindlichkeit hat er die Regionalgruppe unter dem Bund mitentwickelt und persönlich geprägt. Er stand uns, dem aktuellen Leitungsteam, immer mit Rat und Tat zur Seite. Viel zu wichtig war ihm, dass es gut weiterging. Wir mussten uns schon sehr anstrengen, damit Thomas sich zunehmend mehr von seiner ehemaligen Aufgabe zurücknehmen konnte.

Es war die Malerei, die Kunst an sich, die ihn schon sein ganzes Leben begleitete, der er sich zuletzt intensiv mit einem Kunststudium widmete. Thomas hatte noch viel vor mit seiner Frau Kirsten, seiner Familie, mit seiner Kunst und der Aufstellungsarbeit.

Ihr lieben DGfS Mitglieder seid im Namen von Kirsten und Thomas Tochter Marietta herzlich persönlich im Hause Siefer/Schümann willkommen. Beide freuen sich über persönlichen Besuch und auch über Eure schriftliche Anteilnahme: Kirsten Schümann, Rominterweg 7-9, 42799 Leichlingen.

In Trauer und Gedanken an Thomas
Leitungsteam NRW

Achim Bender, Gabriele Wentzien-Brasseit, Willi Pütz, Bija Armitstaed

 

Thomas wird mich in meiner Aufstellungs-Arbeit immer begleiten. Seine Kompetenz und Wertschätzung konnte ich in einem persönlichen Termin erleben, noch bevor ich die DGfS kannte. Die Arbeit mit ihm ist die Grundlage meiner Ausrichtung in meiner Selbständigkeit. Sie war ausschlaggebend mich der DGfS anzuschließen und mich später dann auch zu engagieren. Fasziniert haben mich sein Wissen, als wertvoll schätzte ich seine Erfahrung. Sein Sicherheitsdenken, sein ausgeprägter Sinn für Korrektheit und Gerechtigkeit die auch zu ihm gehörten, brachten mich in meiner eher saloppen emotionalen Rolle in der DGfS auch schon mal an meine Grenzen. Für mich wird Thomas immer einer der einfühlsamsten und respektvollsten Aufstellungsleiter sein, die ich kennenlernen konnte. In unterschiedlichen Aufstellungen war es mir möglich in Stellvertreterrollen seine Tiefe und Verletzlichkeit wahrzunehmen, die mich auf eine besondere Weise immer mit ihm verbinden wird.

Gabriele Wentzien-Brasseit

 

Thomas lernte ich erst näher kennen, als wir in unruhigen Zeiten als neues Leitungsteam in unsere Ämter kamen. Es war für ihn selbstverständlich mit seiner langjährigen Erfahrung und seinem Wissen seine Unterstützung anzubieten. Für mich war er gerade in den Anfangszeiten wichtig, war er doch immer ansprechbar und konnte meine Fragen rund um die Tiefen der Vereinsarbeit beantworten.
Den Künstler - und damit auch eine ganz andere Seite von ihm - durfte ich anlässlich einer seiner Vernissagen in seinem Haus in Leichlingen erleben. In seinem Atelier hatten wir Zeit uns mehrere Stunden auszutauschen und ich war berührt von seinem Herz für diese Arbeit bei aller geistig-rationalen Umrahmung. Und sein Herz hing auch an der DGfS und insbesondere an unserer Regionalgruppe in NRW. Die Betreffzeile einer seiner letzten Emails an uns als Leitungsteam spiegelt dies ganz treffend wider: „Danke – und ein wenig Gemecker aus der Balkonetage“ – ja so war er, manchmal nervte er. Und jetzt ruf ich rauf zur Balkonetage: Du wirst uns fehlen!

Achim Bender

 

Thomas habe ich im Rahmen der DGfS kennengelernt. Als Urgestein der DGfS wusste er so viel, seine kluge Rhetorik und sein bestimmtes Auftreten flößten mir zu Beginn ganz schön Respekt ein. Und weil es Thomas nie darum ging sich über andere zu erheben, durfte ich in der Begegnung mit ihm lernen, ebenso in meine Kraft zu gehen. „Dafür danke ich Dir!“ Ich glaube der Austausch auf Augenhöhe war ihm wichtig. Ein ganz besonderes Erlebnis war für mich, als Thomas mich in der Pause eines Arbeitskreisleitertreffens einlud sein Atelier zu besuchen. Hier durfte ich einen ganz andern oder besser, mir bisher verborgenen Menschen kennenlernen. Seine Kunst gleicht einem Abenteuerland: verspielt, verrückt und gleichzeitig klar und einfach. Und hier schließt sich für mich der Kreis, denn so war auch seine Aufstellungsarbeit – aufrichtig und authentisch.
Viel zu früh ist er jetzt gegangen, aber wirklich weg sein wird er nie!
„Und wo immer Du jetzt bist, lieber Thomas, ich bin sicher Du wirst dort für eine gute Ordnung sorgen ;-).
Sei‘ wohl behütet auf Deinem jetzigen Weg."

Bija Armitstead

 

Zurückblickend kam ich, soweit ich mich erinnere, mit Thomas Siefer erstmals in persönlichen Kontakt bei dem DGfS-Regionalkongress in Bergisch-Gladbach, der von ihm maßgeblich geplant und geleitet wurde. Die ihm angeborenen Eigenschaften im Sternzeichen des Löwen waren da und auch bei allen folgenden Begegnungen nicht zu übersehen. Er war selbstbewusst im Auftreten, klar im Ausdruck seiner Ansichten und mit großen Leistungsanforderungen an sich und seine Mitstreiter.
Einige Jahre später lernte ich auch den Künstler Thomas Siefer bei einer seiner Vernissagen kennen. Die Präzision beim Entwurf und der Ausführung seiner Kunstwerke beeindruckte mich sehr. Die Komposition der Farben und die Wiederverwendung von Alltags-Materialien waren ein Markenzeichen. Für ihn gab es scheinbar nur zwei Seins-Zustände: perfekt oder unbrauchbar – nichts dazwischen. Diese Messlatte benutzte er bei der Schaffung seiner Kunstwerke und war wohl auch ein Prinzip seines Lebens. 
Als seine Nachfolger in der Leitung der DGfS-Regionalgruppe NRW war er dem entsprechend für uns mitunter ein sehr strenger und fordernder Lehrmeister. Das Gebrüll des Löwen war nicht zu überhören und hat uns manches Mal angestachelt, unseren Einsatz für unseren Verband noch klarer und konzentrierter zu gestalten. Sein plötzlicher Tod erschüttert mich sehr und macht mich traurig. Eine kantige, markante Persönlichkeit hat uns verlassen. Ich hätte gerne noch vieles von ihm gelernt: von seiner Fachkompetenz, seinem mitunter schelmischen Witz, seinen Lebenserfahrungen, seiner Kunst-vollen Sicht auf das Leben, und vieles mehr.

Willi Pütz